Diagnostik

Detaillierte Diagnostik von Sprach- und Sprechstörungen zur gezielten Planung und Anpassung der Therapie.

Prävention

Informationen für Eltern und Angehörige zur frühzeitigen Erkennung und Vermeidung sprachlicher Auffälligkeiten

Therapie

Behandlung von Sprach- Sprech- Stimm- und Schluckstörungen jeden Alters durch individuelle Therapiepläne

Förderung der Sprachentwicklung

Förderung und Unterstützung bei sprachlichen Auffälligkeiten

Beratung

Beratung von Eltern und Angehörigen, Schulen, Kindergärten und sozialen Einrichtungen im Umgang mit Sprache, Stimme und Schlucken im Alltag

Interdisziplinäre Zusammenarbeit

Kooperationen mit Ärzten und anderen Fachrichtungen zur gezielten und ganzheitlichen Betreuung

Was ist Logopädie?

In der logopädischen Therapie werden Störungen der Kommunikation – also des Sprechens, der Sprache, der Stimme und des Hörens – sowie Schwierigkeiten bei der Nahrungsaufnahme wie Saugen, Kauen oder Schlucken behandelt. Ziel ist es, die Freude an der Kommunikation und am Essen wiederzuerlangen.

Diagnosen

Störung der Sprachentwicklung

Sprachentwicklungsstörungen können sich im Laufe der kindlichen Entwicklung zeigen – sei es beim Verstehen von Sprache oder beim eigenen Sprechen. Betroffen sein können zum Beispiel Wortschatz, Lautbildung oder Satzbau.

Ein eingeschränkter Wortschatz kann sich sowohl auf die Wörter beziehen, die ein Kind aktiv verwendet, als auch auf jene, die es versteht. Häufig versuchen Kinder, fehlende Wörter durch Zeigen, Gestik oder allgemeine Begriffe zu ersetzen.

Bei der Grammatik können entweder einzelne Wörter nicht korrekt den grammatikalischen Regeln angepasst (z. B. bei der Pluralbildung) werden oder ganze Sätze zeigen Auffälligkeiten, etwa durch das Vertauschen oder Auslassen von Satzbausteinen.

Es treten auch häufig Störungen der Lautbildung (phonetische Störungen) auf. Dabei werden einzelne Laute vertauscht, ausgelassen oder nicht korrekt gebildet. Viele Kinder haben Schwierigkeiten, die lautlichen Regeln der Muttersprache vollständig zu erfassen und umzusetzen.

Ein Laut kann motorisch entweder gar nicht oder nur fehlerhaft ausgesprochen werden. Mitunter zeigen sich diese Schwierigkeiten auch bei bestimmten Lautkombinationen. Ein bekanntes Beispiel ist die fehlerhafte Bildung des Lautes /s/, das umgangssprachlich als Lispeln bezeichnet wird.

Auditive Wahrnehmung und Verarbeitungsstörung im Kindesalter

Unter einer Auditiven Verarbeitungs- und Wahrnehmungsstörung (AVWS) versteht man eine Beeinträchtigung der Verarbeitung von Hörinformationen. Obwohl das Hörvermögen und die Intelligenz völlig normal sind, fällt es Betroffenen schwer, Gehörtes richtig zu unterscheiden oder einzuordnen. Häufig zeigt sich das beim Richtungshören oder beim Erkennen ähnlicher Laute.
In der logopädischen Therapie lernen Kinder, Geräusche und Sprachlaute bewusster wahrzunehmen, zu unterscheiden und richtig zu verstehen.

Mund- und Essstörungen bei Säuglingen und Kleinkindern

Fütterstörungen zählen – ebenso wie Schrei-, Schlaf- oder Gedeihstörungen – zu den frühkindlichen Regulationsstörungen. Häufig treten mehrere dieser Schwierigkeiten gleichzeitig auf, sodass Kinder mit Fütterstörungen oft auch Probleme mit dem Schlafen oder vermehrtem Schreien zeigen. Im frühen Säuglingsalter entstehen solche Anpassungsschwierigkeiten häufig in Übergangsphasen, etwa beim Wechsel vom Stillen zur Flaschennahrung, bei der Einführung von Beikost oder beim selbstständigen Essen fester Nahrung. In vielen Fällen sind diese vorübergehenden Herausforderungen unbedenklich und Teil der normalen Entwicklung. Wenn jedoch aus einer anfänglichen Unsicherheit eine ausgeprägte Regulationsstörung entsteht, kann dies zu einer erheblichen Belastung für das Kind und die gesamte Familie werden.

Myofunktionelle Störung

Im Normalfall arbeiten die Zunge und die übrige Mundmuskulatur im Gleichgewicht miteinander – die Muskelkräfte sind harmonisch aufeinander abgestimmt. Bei einer myofunktionellen Störung ist dieses Gleichgewicht gestört. Der Schluckvorgang wird dabei häufig fehlerhaft ausgeführt: Statt beim Schlucken gegen den harten Gaumen zu drücken, presst die Zunge gegen oder zwischen die Front- oder Backenzähne. Dadurch kann sie Speichel, Nahrung oder Flüssigkeit nicht mehr selbstständig an den Punkt transportieren, an dem der automatische Schluckreflex einsetzt. Um dieses Ungleichgewicht auszugleichen, müssen andere Muskeln – etwa Lippen-, Kaumuskeln oder die Kinnmuskulatur – zusätzliche Arbeit leisten.

Autismus

Autismus, auch als Autismus-Spektrum-Störung (ASS) bezeichnet, zählt zu den tiefgreifenden Entwicklungsstörungen und zeigt sich in der Regel bereits vor dem dritten Lebensjahr. Die Ausprägungen sind sehr unterschiedlich und können in vielfältigen Kombinationen auftreten. Viele Menschen im Autismus-Spektrum zeigen auch sprachliche Auffälligkeiten, die individuell sehr verschieden sein können. Manche sprechen gar nicht, andere verwenden einzelne Redewendungen oder wiederholen Gehörtes (Echolalie). Auch Aussprache, Wortschatz und Grammatik können beeinträchtigt sein.

Mutismus

Mutismus ist eine Kommunikationsstörung, bei der betroffene Kinder oder Jugendliche in bestimmten Situationen oder gegenüber bestimmten Personen nicht sprechen, obwohl sie dazu in der Lage wären. Häufig hängt dies mit Angst, Unsicherheit oder belastenden Erfahrungen zusammen. Oft entsteht ein Kreislauf aus Erwartungsdruck und Vermeidung, der das Schweigen weiter festigt. In der Therapie wird behutsam daran gearbeitet, das Sprechen schrittweise zu fördern und Vertrauen sowie Sicherheit im Umgang mit Sprache aufzubauen.

Geistige Einschränkungen

Geistige Einschränkungen, wie sie zum Beispiel beim Down-Syndrom oder beim Fetalem Alkoholsyndrom auftreten, können die Sprach- und Kommunikationsentwicklung beeinträchtigen. Betroffene Kinder zeigen oft Verzögerungen im Spracherwerb, einen eingeschränkten Wortschatz oder Schwierigkeiten beim Satzbau und bei der Grammatik. In der Therapie werden die sprachlichen Fähigkeiten gezielt gefördert, um die Kommunikation im Alltag zu erleichtern und die Selbstständigkeit der Kinder zu unterstützen.

Dysarthrie

Eine Dysarthrie ist eine Sprechstörung, die als Folge einer Vorerkrankung entsteht. Sie kann sich auf die Artikulation, die Sprechmelodie (Prosodie), den Sprechrhythmus, die Lautstärke oder die Atmung auswirken und dadurch die Verständlichkeit der Betroffenen deutlich einschränken. Häufig treten Dysarthrien bei Patient*innen mit Erkrankungen wie Parkinson, Multipler Sklerose( MS), Amyotrophe Lateralsklerose (ALS) oder spastischen Lähmungen auf.

Dysphagie

Dysphagie bezeichnet eine Schluckstörung, die bei Erwachsenen häufig nach einem Schlaganfall, Schädel-Hirn-Trauma, Operationen oder im Verlauf neurologischer Erkrankungen wie Parkinson, Multipler Sklerose oder Amyotropher Lateralsklerose auftritt. Auch psychische Erkrankungen können die Ursache sein.

Der Schluckvorgang lässt sich in vier Phasen unterteilen, die jeweils unterschiedliche Funktionen erfüllen.

Eine Dysphagie kann, je nach Schweregrad, schnell lebensbedrohlich werden. Deshalb sollte ein Verdacht auf eine Schluckstörung immer ernst genommen und umgehend medizinisch sowie therapeutisch abgeklärt werden.

Aphasie

Eine Aphasie ist eine Sprachstörung, die nach einer Schädigung des Gehirns auftreten kann, häufig nach einem Schlaganfall oder Schädel-Hirn-Trauma. Betroffene können Sprache nicht mehr wie gewohnt nutzen.

Die Symptome sind sehr unterschiedlich: Schwierigkeiten können beim Sprechen, Sprachverständnis, Lesen, Schreiben, Satzbau oder der Artikulation auftreten. Eine Aphasie kann allein bestehen oder mit anderen Störungen wie Sprechapraxie, Dysarthrie oder Dysphagie kombiniert sein.

Viele Betroffene müssen große Veränderungen im Alltag bewältigen, z. B. den Verlust des Berufs oder sozialer Kontakte. Eine Aphasie ist keine Denkstörung – die Gedanken bleiben meist unverändert, nur ihre äußere Umsetzung ist eingeschränkt.

Neurologische Erkrankungen

Zu den neurologischen Erkrankungen zählen unter anderem Morbus Parkinson, Amyotrophe Lateralsklerose (ALS) und Multiple Sklerose. Allen gemeinsam ist ein langsam fortschreitender Verlauf, bei dem Nervenzellen abgebaut werden.

Diese Erkrankungen können in unterschiedlichem Ausmaß das Sprechen, die Stimme oder das Schlucken beeinträchtigen. Die logopädische Therapie richtet sich daher an den individuellen Bedürfnissen der Betroffenen aus. Beispielsweise kann gezieltes Muskeltraining der Gesichtsmuskulatur helfen, die Mimik zu erhalten und die Kommunikationsfähigkeit zu unterstützen.